Tag 1: Abflug und Ankunft in der Training School

Zunächst einmal: genau in diesem Moment, in dem ich diesen Eintrag schreibe, schwebe ich bei hellem Tageslicht ( in Deutschland ist es gerade 22:10 Uhr) noch in den Lüften irgendwo über dem Atlantischen Ozean. Sind gerade auch nur noch läppische 1964 Kilometer bis nach New York. Die Aussicht ist bescheiden- sie besteht hauptsächlich aus Wasser und weißen Wölkchen und Wasser und weißen Wölkchen und Wasser und einer kleinen Insel und WASSER WASSER WASSER. Und das schon seit einer Ewigkeit. Nach einer Runde „Der Teufel trägt Prada“ ( auf Englisch versteht sich) hab ich auch kein Bock mehr auf Filme gucken, die Lautsprecher sind eh zu leise und das, obwohl ich schon voll aufgedreht hab. Das könnte entweder daran liegen, dass A) es halt nicht lauter geht B) das Flugzeug beim Fliegen einfach zu viel Krach macht oder C) mein Hörvermögen einfach schlecht ist. Ich tendiere zu A oder B, eher A. Oder ne, A und B.

Jedenfalls hab ich mich die letzte Stunde lieber damit beschäftigt, rumzuheulen, mit Dennis ( dem kleinen Kuschelteddy von meinem Freund) zu kuscheln und ununterbrochen die letzten am Flughafen entstandenen Bilder anzustarren. Meine Sitznachbarin -eine ältere, dunkelhäutige Dame- ist nämlich nicht so gesprächig ( und ich hoffe gerade, dass sie kein Deutsch kann, sie schielt nämlich ab und zu immer so verdächtig auf mein Macbook. Sie hat beim Anflug aber ständig englische SMS geschrieben UND liest gerade eine englische Zeitung UND sieht halt einfach amerikanisch aus. Mein damaliger Geschichtslehrer würde jetzt sagen: „Das ist alles ein bisschen schwammig“, aber egal. Schwamm hin oder her.

Zurück zum Tag. Kaum war ich durch die Sicherheitskontrolle durch ( und ich dachte wirklich, ich hätte noch genug Zeit) ertönt durch die Lautsprecher: „Nadine Riede bitte zu Gate 3, Nadine Riede. Ihr Gate schließt jetzt.“ Sowas ist mir im Leben noch nicht passiert und ich bin einfach nur noch losgerannt wie ne Bekloppte und dachte ständig: scheiße, jetzt weiß jeder, dass ich Nadine Riede bin😀 Eine der zwei irgendwie hühnerartigen Damen am Gate meinte dann nur so „Sie wollten Aufmerksamkeit, stimmt’s?“ – Ja klar. Ich renn also weiter den Gang ins Flugzeug runter und hör nur noch, wie Huhn Nummer 1 zu Huhn Nummer 2 sagt: „Hast du sowas schonmal erlebt?“ und Huhn Nummer 2 nur: „Neee.“ War mir dann aber auch egal, gibt immer ein erstes Mal.

Ich überspring an dieser Stelle mal sämtliche Zwischenfälle am Londoner Flughafen. Sagen wir soviel: ich habe die vier anderen Au Pairs getroffen und wir haben einige Abenteuer erlebt, wie z.B. sich zu früh schließende U-Bahn-Türen ( zu früh schließend im Sinne von: alle waren draußen bis auf eine- und nein, es war nicht ich😀 ), Missverständnisse über fehlende Dokumente ( die in dem Sinn nicht mehr gefehlt haben, sondern von jemandem gefunden und abgegeben wurden) und Stewards, die einen veräääppeln. Wir liefen gerade wieder den Gang zum Flugzeug- Eingang runter und ich zeig mein Boarding Pass, dann meint er so mit gespielt verwundertem Blick auf mein Ticket: „New York?“ und ich so: „yes“ und er: „But this flight goes to San Francisco“. Mir blieb erstmal der Mund offen stehen obwohl ich eigentlich genau wusste, dass ich richtig war. In dem Moment lacht er auch schon los, Joke halt, nä.

Wenn ich diesen Eintrag hier hochlade, werde ich schon in der Training School sein.. und die langweilige Flugzeit verdrängt haben. Es sind jetzt übrigens nur noch 1100 Kilometer. Ich hab also ganze 864 Kilometer zum Schreiben gebraucht ( hab ich mit dem Taschenrechner ausgerechnet, es stimmt also). So, die Pflicht ruft: es gibt wieder Essen.

 

 

Jetzt bin ich endlich in der Training School angekommen, nachdem wir am Flughafen EWIG auf ein paar fehlende Mädels warten mussten. Das war so nervig, weil wir alle nur mega fertig waren. Gibt auch gar nicht viel zu schreiben jetzt, wir hatten noch ein kurzes Einführungsgespräch und dann ging’s ab auf die Zimmer. Ich find die Zimmer ganz okay, aber mein Bettlaken zum Beispiel ist an einer Stelle dreckig, was ich wirklich ekelhaft finde. Aber naja, die Tage überleb ich das schon.. gut fühlen tu ich mich bisher trotzdem noch nicht wirklich. Morgen gehen dann die Classes los, jippiee… keine Lust. Guten Morgen Deutschland.. gute ( hoffentlich schlafreiche) Nacht USA.

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