Tag 5: Ich bin „Zuhause“.

Ich liege hier also gerade in meinem Bett in meinem eigenen Zimmer mit meinem eigenen ( schnellen) WLAN und schreibe diesen Eintrag. Wow, bin ich froh, dass die Woche in der Training School vorbei ist. Jennie hat mir heute Morgen noch geschrieben: „Ich bin froh, dass ich dich da heute rausholen kann“ und ja, was soll ich sagen: UND ICH ERST. Der Käfer gestern hat mir echt den Rest gegeben. Aber das ist ein abgeschlossenes Kapitel, ich werd die Schule nie wieder betreten, nie wieder den Kleintierzoo in der Cafeteria riechen und das eklige Essen essen müssen. Und nie wieder auf diesem Bettlaken schlafen müssen:

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Es ging heute Morgen nach kurzem Abschlussgespräch ( die Programmdirektorin ist so ultra böse, der will ich im Dunkeln nicht begegnen. Wenn nur einer zwischen ihren „DO NOT..’s“ redet, hört sie auf mit ihrer Ansage, lehnt sich mehr oder weniger unelegant gegen den Rand der Holzbühne zurück und klopft mit ihren Fingernägeln finster dreinblickend ( so finster wie wenn man bei der Mondfinsternis nachts in den Wald geht, so finster, dass man nichtmal die eigene Hand vor Augen sieht, so finster wie.. ach ihr müsst es selbst sehen) so lang auf der Holzbühne rum, bis alles wieder ruhig ist. Und selbst dann, wenn alles wieder ruhig ist, blickt sie noch ein paar dramatisch theatralisch gespielte Sekunden finster drein, bevor sie sagt: „Okay. Ich mach den Job schon seit Jahren. Ich weiß wie das hier läuft. IHR dagegen wisst nichts.“ blablabla) okay, lange Klammer, ich fang nochmal mit dem Anfangssatz an: Es ging heute Morgen nach kurzem Abschlussgespräch endlich zu dem Bus, der uns nach Virginia bringen würde. Nach Virginia zu unseren Gastfamilien. Krasses Gefühl, als wir da im Bus saßen, der Busfahrer immer wieder hundeartig jaulend zur Musik gesungen hat und wir ständig gebetet haben, dass er die dumme Klimaanlage ausschaltet. Ab und zu hat er auch immer wieder geredet, „COME ON“ und so, keiner wusste mit wem er redet. Er hatte ein Headset im Ohr, aber man wusste nie, ob da wirklich jemand an der anderen Leitung war. Nach sieben Stunden Fahrt und insgesamt drei Busstops kamen wir an- Tyson’s Corner, der Ort, an dem wir abgeholt würden. Jennie kam als erste und es war wirklich ein komisches Gefühl. Es ist immer noch ein komisches Gefühl. An meiner Tür hing schon ein „WELCOME NADINE“ mit selbstgemaltem Batman von Blake ( ich hab natürlich sofoooort erkannt, dass das Batman ist, auch wenn’s mehr wie ein Hase aussah😀 ) und auf meinem Fenstersims stand ganz groß ein Bild von mir und meinem Freund in einem riesen Bilderrahmen- wow. Ich hab auch eine Pinnwand hier, an der zwei Bilder von mir, meinem Freund und meiner Familie hängen. Das hat mir so viel bedeutet, einfach, weil ich mit sowas nie gerechnet hätte. Auf meinem Bett lag ein Geschenk von Victoria’s Secret und auch die Nanny hat mir ein Geschenk hiergelassen. Das Geschenk von Victoria’s Secret hab ich noch nicht aufgemacht. Mach ich aber gleich, nachdem ich diesen Eintrag beendet habe und ich sag euch nicht, was drin war. HA. Zum Abendessen haben wir gegrillt und wow- es war einfach das beste Essen seit der ganzen Woche. Hühnchen und gegrilltes Gemüse, dazu getoastetes Brot mit Butter. Einfach hammerlecker. Und zum wichtigsten Thema überhaupt: die Kinder sind zuckersüß. Blake war am Anfang noch ein bisschen schüchtern, aber er ist sofort aufgeblüht, als er mir seine Superhelden- Figuren gezeigt hat. Und auch Hayden ist einfach ein Goldengel- könnte glatt meine Tochter sein😀 heute darf ich erstmal ausschlafen und das Bett hier ist so bequem, ich sag’s euch. Ich geh jetzt mein Geschenk auspacken. Morgen darf ich Auto fahren und abends geht’s zu Freunden zum Abendessen. Komisches Gefühl, da auf einmal überallhin mitzugehen.. aber ich fühl mich wohl🙂

Übrigens findet ihr unter Tag 4 noch den Nachtrag zu New York City.

6 Gedanken zu “Tag 5: Ich bin „Zuhause“.

  1. Deine Einträge sind echt richtig gut (und vorallem echt witzig) geschrieben!! weiter so!🙂

    dank dir kann ich mich jetzt schon total auf die aupair school freuen😀

    1. Danke🙂 jaja die Aupair School.. aber eigentlich ist es gut gemacht, mein freut sich danach umso mehr auf die Familie, selbst wenn sie nur nen Bunker als Haus haben.

  2. SIEBEN Stunden Fahrt?? Oh Gott!! Wie soll ich das aushalten?!
    Ich freu mich, dass es dir so gut gefällt! :)) Bin in (nicht mehr ganz) 3 Monaten dann auch endlich in VA!😀
    Liebe Grüße, Christina

    1. Man hält es aus🙂 aber zieh dich warm an, die Klimaanlage is mega kalt. Und das obwohl sie nur auf der ersten Stufe war. Bei Stufe 3 oder so wären sicher Eiszapfen gewachsen😀

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