10.10.13: DER ABSCHLUSSBERICHT ( keine Fata Morgana, das ist ECHT)

So liebe Leute da draußen. Was euch hier erwartet, ist der krönende Abschluss meines Blogs. Ein letztes Mal verfasse ich einen Beitrag, DEN finalen Beitrag, mit dem das Ende meines abenteuerlichen Jahres in Amerika endgültig besiegelt wird. Mein Reisemonat liegt jetzt fast fünf Monate zurück, also fünf mal 30 Tage mal 24 Stunden, in denen ich den Abschlussbericht hätte schreiben können. Ich kann mir auch nicht erklären, wieso das jetzt so lang gedauert hat, aber wahrscheinlich liegt’s an einer latenten, unterbewussten Angst, meinen Blog ein für alle mal zu beenden. Oder einfach an grenzenloser Faulheit. Aber was rede ich hier noch groß viel rum – Abschlussbericht: Here we go.

( Falls ihr euch übrigens fragt, wie ich mich an all die Punkte noch so gut erinnern kann- ich hab mir damals Notizen mit meinem iPhone gemacht😀 ).

TAG 1:

Es war der 11.05.2013, als es für Finn, Karo und mich an den Flughafen Washington DC Dulles ging. Ziel: Los Angeles International Airport. Der Abend zuvor war, soweit ich mich erinnern kann, Karo’s Abschlussparty, die mit Pizza und Cheesecake Factory Torte gefeiert wurde. Ich weiß immer noch genau, wie aufgeregt ich war: am nächsten Tag schon würden wir in LA sein. DEM LA, das man immer in Filmen sieht. Und nur wenige Stunden später, nämlich so 15 inklusive Schlafen und Flugzeit, waren wir da. In Los Angeles. Und ich sag euch, man steigt mit einem ganz anderen Lebensgefühl aus dem Flugzeug aus, als dem, mit dem man am Morgen in DC noch eingestiegen ist. Es ist, als könnte man den American Dream förmlich riechen und schmecken, mit jedem Zug, den man von der warmen Luft einatmet. Aus Virginia Dreaming wurde mit einem Mal California Dreaming, und aus dem Dreaming wurde Realität.

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Am Flughafen in DC.

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Am Flughafen in Los Angeles.

Seht ihr den Unterschied auf den beiden Bildern?  Seht ihr das Strahlen in unseren Augen, als wir in Los Angeles waren?😀. Jedenfalls ging es dann erstmal zu unserem Hotel, dem Holiday Inn. Schon ziemlich schnieke da, so im Vergleich zu den Hostels, in denen wir bis dato immer geschlafen hatten ( nicht, dass Hostels schlecht wären, vor allem nicht das Miami International Hostel, zu dem ich immer noch so bald wie möglich zurück möchte. Aber komplett saubere, bequeme Betten in einem Zimmer nur für uns, inklusive gutem Frühstück ist schon was feines😀 ). Sobald wir unsere Koffer auf’s Zimmer gebracht und uns ein bisschen erholt hatten, ging es dann auch schon los auf unsere eigene Tour durch Los Angeles. War erst nicht so ganz einfach, den richtigen Bus zu finden, aber irgendwie schafft man’s dann ja doch immer. Und ständig haben wir zueinander gesagt: WIR SIND IN LA! WIR SIND IN KALIFORNIEN! Und als wir dann im Zentrum, nämlich direkt beim Hollywood Boulevard, angekommen sind, wurden wir einfach erschlagen von den ganzen Eindrücken. Wirklich, es war genau so wie ich es mir immer vorgestellt hatte. So unglaublich, dass ich es hier einfach nicht in Worte fassen kann. Fotos vom Walk of Fame und Hollywood hab ich euch in einem älteren Beitrag ja schon gezeigt, also überspring ich das an dieser Stelle mal. Am Besten wäre es sowieso, ihr würdet selbst dort hinfliegen und es euch anschauen, es erleben ( und mich bitte mitnehmen :D). Als wir dann spät abends ins Hotel zurückgekommen sind, waren wir einfach nur fix und fertig. Unser erster Tag des Reisemonats war vorbei.

TAG 2:

Der nächste Morgen war einfach nur witzig. Man muss dazu sagen: wir haben unsere Tour mit Tours4fun gebucht und wussten bereits vorher, dass der Chinesenanteil sehr hoch sein würde. Dass wir dann am Ende die einzigen Nicht- Chinesen im Bus waren, war dann trotzdem überraschend- und nervig. Denn der Tourguide hat bestimmt 90% der gesamten Fahrzeit geredet. Immer erst auf Chinesisch ( haaaaauuu uaaaaa und an jedem Satzende ein chinesisches „ahaaaa“) und dann auf chinesisch klingendem Englisch. Irgend so ein Trottel kam dabei auch noch auf die glorreiche Idee, dem Guide ein Mikrofon in die Hand zu drücken. Dabei wollten wir doch einfach nur in Ruhe schlafen!!😀  Finn musste by the way neben einem älteren Chinesen sitzen, der zwar kein Englisch konnte, jedoch ständig mit ihr flirten wollte😀. Ekäääälhaft. Der hat uns auch noch später bei der Tour verfolgt und wollte Fotos mit Finn machen😀. Jetzt wo ich daran zurückdenk, muss ich schon wieder lachen. Vielleicht wollt ihr nebenbei noch wissen, wohin es an diesem Tag 2 für uns ging. Nääääämlich ins

las vegas

fabulous Las Vegas. Las Vegas muss man einfach gesehen haben, ich kann gar nicht mehr dazu sagen, als dass es einfach unglaublich war. Legendär, fantastisch, märchenhaft- Fabulous eben. Schon wenn man dorthin fährt und überall die riesigen Hotels mit ihren Achterbahnen sieht, die nachgebauten Schlösser und glitzernden Gebäude, kommt man sich vor, als wär man direkt in eine andere Welt eingetaucht. Wir haben die größten Wasserfontänen gesehen, ein Gebäude, in dem der Himmel so krass gut gemalt wurde, dass man das Gefühl hat, man stünde unter freiem Himmel, sind Achterbahnen gefahren, auf denen man ganz Las Vegas von oben sieht ( sofern man neben dem Schreien und Kreischen vor Angst noch Zeit dafür hat, die Aussicht zu genießen :D) und waren in echten Casinos. Einmal, als wir in einem Gebäude mit ganz vielen Blumen waren und Finn und ich ein Foto von uns machten wollten, hat ein älteres Chinesenpärchen uns gefragt, ob sie ein Bild mit uns machen dürften, und sich danach hundert Mal bei uns bedankt. War sehr witzig😀. Ich frag mich für wen die uns gehalten haben. Vielleicht haben sie aber auch einfach nur meinen Blog gelesen und wussten dass ich DIE Nadine bin. Ich geb’s zu: eher unwahrscheinlich😀. Von anderswo war dann einmal ein lautes: „Geeeerhard, da sind Marienkäfer“ zu hören. Auch ältere deutsche Besucher gibt es in Las Vegas. Gemeint waren übrigens diese Marienkäfer:

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Und die Wasserfontänen sahen so aus:

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Ich weiß, es sieht auf dem Bild eher unspektakulär aus, aber in Wirklichkeit bewegen sich diese Wasserfontänen zu klassischer Musik und steigen richtig krass hoch. Sind ja auch die höchsten Wasserfontänen, nä?😀 Nach diesem langen Tag in Las Vegas ging’s für uns dann noch schnell zu McDonald’s ( was sich hinterher als großer Fehltritt für mich herausstellte) und dann mit dem Bus zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag sollte es zum Grand Canyon gehen. Mitten in der Nacht haben sich die Cheeseburger dann wieder aus meinem Magen ans freie Tageslicht gekämpft. War überhaupt nicht cool😀. Hab seit dem Tag übrigens keinen Cheeseburger mehr gegessen. Dafür Royal TS, Chicken McNuggets und Whoppers😀.

Tag 3:

Für den Grand Canyon fehlen mir jetzt wirklich jegliche Worte. Ich lass Bilder sprechen.

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Es war übrigens unendlich heiß da und wir sind so viel gelaufen und geklettert, wie richtige Abenteurer😀. Ich finde es immer noch krass, dass es keinerlei Absperrungen da gibt. Also nicht krass im Sinne von die sollten mal welche bauen, sondern krass im Sinne von wooooooooow, da kann man ganz schön tief runterfallen. Passiert auch, aber nur bei so 2-3 Leuten im Jahr, glaub ich😀. Wer für’s Posieren sein Leben riskiert oder irgendwelche selbsterkorenen Wanderwege ausprobiert, oder zu wenig trinkt ( „Don’t let dehydration ruin your vacation“😀 ), der ist halt echt selbst Schuld. Mir war auch schon ziemlich mulmig so nah am Abgrund. Aber hab’s überlebt. Juhu. Auf dem Weg zurück nach Las Vegas haben wir dann noch einen Zwischenstop beim Hoover Dam gemacht, aber es war einfach zu heiß. Wir haben’s nichtmal zur Hälfte der Brücke geschafft. Ich glaube es hatte an dem Tag so 48 Grad und es war noch nichtmal Hochsommer zu der Zeit. In meinen Notizen, die ich damals gemacht habe, steht übrigens auch, dass wir Chinesen zum Lachen gebracht haben. Kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wie, muss aber ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein, dass ich es unter meine Notizen gepackt hab.

Ein Erlebnis muss ich euch aber noch erzählen😀. Nachdem wir also wieder in Las Vegas waren, sind wir abends noch ein bisschen auf eigene Tour gegangen. Wir wollten zum Stratosphere Tower/ Hotel/ Casino, weil da ganz oben drauf so ein cooles Karussell ist, das Karo unbedingt fahren wollte. Also haben wir uns auf den langen Weg gemacht, der um Einiges kürzer schien, könnten wir eine gewisse Mauer überqueren. Die Mauer befand sich auf einer Art Camping Platz, und als wir auf sie zugelaufen sind, kam uns der Camping Wärter in seinem kleinen Golfauto entgegen und meinte, da würden wir nicht drüber kommen, die Mauer wär viel zu hoch. Wir haben behauptet wir können das. Und so sind wir den ganzen Weg über den Camping Platz bis zu besagter Mauer gelaufen. Der Camping Wärter ist uns hinterhergefahren und hat uns beobachtet von seinem kleinen Golfauto aus. Und ja, um es kurz zu machen: wir haben es nicht über die Mauer geschafft und sind dann auf der Rückbank des Golfautos zurück zum Ausgang des Camping- Platzes gefahren😀. Und das Ende der ganzen Geschichte: wir sind nichtmal zu dem Karussell nach oben gekommen, weil es glaub ich 18 Dollar gekostet hätte. Und das war uns zu teuer. Dafür sind wir dann später im New York New York Bereich für 14 Dollar Achterbahn gefahren😀. Die war übrigens so ruckelig und die Befestigungen so locker, dass ich wirklich Todesangst hatte.

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ängstlicher Blick vor der Todesfahrt😀

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Fazit: Las Vegas ist eine Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Vor allen anderen Städten, die man unbedingt gesehen haben muss. Ich glaube, Las Vegas ist meine Lieblingsstadt von allen amerikanischen Städten.

PS: wir sind sogar eine Achterbahn INNERHALB unseres Hotelgebäudes gefahren. Mega abgespaced.

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seht ihr meinen Geldbeutel? Ich hatte so Angst, den während der Fahrt ( mit Loopings & Co) zu verlieren, weil mir erst kurz vor Beginn der Fahrt gesagt wurde, dass ich den nirgends abgeben kann/ darf.

Tag 4:

Früh morgens wurde aus dem Hotel Circus Circus ausgecheckt. Nächstes Ziel: Zurück nach LA. Das Hotel für die kommende Nacht hatten wir erst ein paar Tage zuvor ausgesucht: Holiday Inn Express ( weil wir mit Holiday Inn ja schon so gute Erfahrung gemacht hatten und das Holiday Inn Express nah bei unserer Abholstation für’s Mietauto lag). Mir ist bei unserer Ankunft in LA auch eingefallen, dass ich meinen internationalen Führerschein gar nicht dabei hatte😀. Nicht ganz unbedeutend, wenn man die einzige potenzielle Fahrerin für’s Mietauto ist. Aber dazu später mehr. Das Holiday Inn Express war riiiiichtig cool, es gab nen Whirlpool, in den wir uns abends noch reingelegt haben, die Zimmer sahen schön aus und wir haben uns gefühlt wie die Königinnen. Zur Krönung haben wir uns dann noch Domino’s Pizza ( beste Pizza der Welt) auf’s Zimmer bestellt😀. Kurz: wir haben ein echtes Luxusleben geführt. Und nur wenige Tage später sollte alles anders aussehen😀.

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TAG 5:

Früh morgens sind Karo und ich los, um unser Mietauto abzuholen. Zu Fuß wohlgemerkt😀. Ich hatte die ganze Zeit Bammel, dass es Probleme geben könnte, weil ich meinen internationalen Führerschein nicht dabei hatte. Mein Virginia Führerschein war nämlich schon seit Wochen abgelaufen und man weiß ja nie, wie streng die da sind. Am Schalter hab ich dann einfach direkt meinen deutschen und meinen Virginia Führerschein abgegeben, die Dame hat beide gemustert und dann endlich die Erleichterung: wir haben die Schlüssel bekommen. Dann also mit unserem neuen Mietauto zurück zum Holiday Inn, gefrühstückt und ausgecheckt. Denn nun ging es los: unser Roadtrip nach San Diego, wo wir bei einem deutschen Freund von Karo, der gerade sein Auslandssemester gemacht hat, quasi couchgesurfed haben.

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roadtrip

Das Auto war ein bisschen niedrig. Eigentlich wollt ich lieber nen Fiat 500, weil der so schnucklig aussieht, aber was den Autogeschmack bei uns anging, konnte Karo sich mit ihrem kleinen Ford Flitzer durchsetzen. Unser erstes Ziel war Laguna Beach. Ich wollte ja eigentlich so gern nach Newport Beach, wegen OC California und so, aber ich musste nach zahlreichen Internetrecherchen herausfinden, dass es das Newport Beach, wie man es aus der Serie kennt, so an sich gar nicht wirklich gibt. Traurig aber wahr. Ich war wirklich schwer enttäuscht. Ungefähr so enttäuscht wie damals, als ich herausgefunden habe, dass es Hogwarts gar nicht gibt.

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Schon okay. Aber nicht so schön wie der Strand, den wir danach gefunden haben. Wir haben uns während der Fahrt nämlich irgendwann entschieden, nicht mehr auf der Autobahn, sondern so nah am Meer wie möglich zu fahren. Dann haben wir diesen schönen Strand gefunden:

schönerstrand schönerstrand2Das war eine kleine Bucht, und das Haus, das da oben rechts auf dem Berg steht, kauf ich mir irgendwann mal.

An dem Strand haben wir uns eine Weile zum Brutzeln hingelegt und sind alle drei eingeschlafen. Dabei hat uns Karo’s Freund in San Diego schon erwartet😀. Passiert. In San Diego war’s übrigens ganz schön frisch. Mit Karo’s Freund und dessen Kumpel sind wir dann in die Stadt Conorado gefahren ( konnte mir den Namen übrigens ewig nicht merken, hab ihn immer mit Colorado und Corona verwechselt). War ganz nett da. Wollt ihr’s sehen? Nö, ich zeig euch jetzt kein Bild. Oder doch.

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Die Nacht über haben Finn und ich dann auf einer viel zu kleinen Couch verbracht, während Karo in einem richtigen Bett schlafen durfte. Handtücher hatten wir auch keine richtigen dabei, außer so ganz kleine Waschlappen, mit denen ich mich dann nach dem Duschen abgetrocknet hab😀. Ich sag ja, unser Leben war dabei, näher ans Existenzminimum zu rücken. Während wir in San Diego waren, haben wir ständig überlegt, wie es die nächsten Tage weitergehen sollte. Wir mussten zurück nach LA, um das Auto abzugeben. Für die kommende Nacht hatten wir schon Wochen zuvor einen Bus von LA nach San Francisco gebucht, damit uns schonmal Kosten für eine weitere Übernachtung in einem Hotel erspart bleiben würden. Man denkt bei Planungen zuhause generell immer so leichtsinnig. Schlafen wir halt einfach im Bus oder am Flughafen, dann sparen wir Geld- ja genau. Und dann liegt man da und denkt sich „faaaaaaaaack, hätten wir nicht doch lieber irgendein richtiges Bett mit einem richtigen Dach über dem Kopf“😀.Finn hatte zu dem Zeitpunkt übrigens schon gar kein Geld mehr. Wir hatten die Reisekosten wirklich ein bisschen unterschätzt- jede Taxifahrt, jede Übernachtung in einem Hotel, jedes Essen, das man sich unterwegs irgendwo kauft, schlägt einfach ein wie eine Bombe. Erst einmal sind wir an TAG 6 jedoch wieder zurück nach LA gefahren, mit unserem coolen Mietauto, coolem Wetter und cooler Justin Bieber Musik😀. Ihr glaubt nicht, wie cool man sich fühlt, wenn man mit dem Auto bei offenen Fenstern und Musik in Hollywood rumfährt. Einfach so, als wär’s nichts. Dabei war es das Größte und bis heute träume ich jeden Tag davon, das irgendwann zu wiederholen. Wir sind dann noch so nah wie möglich ans Hollywood Sign gefahren, weil wir es an unserem ersten Tag in LA zu Fuß nicht so weit nach oben geschafft hatten ( Hollywood ist einfach zu groß und die Berge zu steil und das Wetter zu warm und so weiter und so fort). Und es war SO cool auf den Gipfeln, die die Welt bedeuten.

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Danach haben wir unser Mietauto abgegeben und sind zur Union Station in Los Angeles gegangen. Da haben wir dreieinhalb Stunden am Bahnhof gegammelt, auf dem ekligen Klo da Zähne geputzt und gewartet, bis der Megabus nach San Francisco kommen würde. Ich hab mich riiiiichtig asozial gefühlt😀. Wir wurden auch teilweise echt komisch angeschaut, als wir da so im Klo standen und Zähne geputzt haben. Aber haben wir damals bei den Niagara Fällen ja auch schon gemacht. Nix dabei. Direkt da, wo wir gewartet hatten, war übrigens ein Subway, und wir waren so in Versuchung, dort was zu kaufen, uns ist echt schon das Wasser im Mund zusammengelaufen. Aber wir hatten ja quasi kein Geld mehr und hatten immer noch eine ganze Woche Reisen vor uns😀. Ideal. Ich hab mir zum Glück irgendwann vorher eine große Packung Cheeze It Crackers gekauft gehabt. Generell haben wir unsere letzten Essensreste zusammengekratzt und miteinander geteilt, ich erinner mich immer noch an Karo’s „Niiiiimmm“, während sie uns -eine alte, arme Frau imitierend- Essen hinstreckte😀. Von den ersten Tagen in Hotels und Whirlpools war eindeutig nix mehr übrig. Auch im Bus nach San Francisco wurde es nicht besser, es war einfach nur mega kalt, unbequem und ich konnte kaum schlafen. Aber nach einer langen Nacht hatten wir es geschafft, wir waren in San Francisco.

TAG 7:

In San Francisco sind wir erstmal in Straßenbahnen und zu Fuß herumgeirrt, um die Mietstation für unser gemietetes Auto zu finden. Glaub ich mal. Mein Gedächtnis lässt wirklich nach zurzeit😀. Edit: Ah nein ich weiß es wieder: wir haben uns glaub ich spontan dazu entschieden, nochmal ein Auto zu mieten, damit wir da auch unsere Koffer drin liegen lassen und alle Sehenswürdigkeiten ohne Probleme erreichen konnten. Und wir sind zum Flughafen gegangen, um da das Auto abzuholen. Gab auch Probleme da, aber ist ja jetzt unwichtig, am Ende hat’s geklappt😀. Auch in San Francisco war es ziemlich frisch und windig, hab’s mir da irgendwie wärmer vorgestellt. Aber war ja auch erst Mai. Dieser Tag war auch der letzte Tag, den wir alle zusammen verbringen würden. Am nächsten Tag sollte es für Karo und mich nach Hawaii, für Finn Richtung nach Hause gehen. Zu unserem Reisemonat an sich muss man sagen, dass wir uns echt gut geschlagen haben. Wir hatten keinerlei Maps oder sonstwas dabei, und trotzdem haben wir am Ende immer unser Ziel gefunden. Oder einen anderen Ort zu unserem Ziel gemacht😀. Unser neues Mietauto war wieder ein Ford, aber ein größerer. Ziemlich cool. San Francisco ist auch ziemlich cool. Wir waren beim Alamo Square, in der Lombard Street ( ziemlich abgefahren diese Straße😀 ), am Pier 39 ( eigentlich war da nur Karo, weil wir keinen Parkplatz gefunden haben und sie da schnell Postkarten geholt hat) und natürlich an der Golden Gate Bridge. Wir sind sogar über die Golden Gate Bridge gefahren, aus Versehen allerdings😀. Eigentlich wollt ich nur von dem Parkplatz wegfahren und zack waren wir mitten auf der Golden Gate Bridge, für die man eigentlich so einen bestimmten Pass braucht. Den wir nicht hatten.😀. Also voller Panik und in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden, rübergefahren und auf der anderen Seite haben wir uns dann den schönsten Aussichtspunkt gesucht, um Bilder wie diese zu machen:

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Es war einfach sooooooooooooooooooooo cool. Ich sag’s euch nochmal: nirgends fühlt man sich so großartig, wie in Amerika. Und an dieser Stelle muss ich einfach sagen, dass Seneca damals einfach Unrecht hatte mit seinem „animum debes mutare, non caelum“ (= Du musst deinen Geist ändern, nicht den Himmel), was so viel bedeutet wie: Reisen macht dich nicht zu einem anderen Menschen. DOCH, tut es. Ich hab mich wirklich, WIRKLICH, niemals zuvor so glücklich gefühlt wie während dieser Zeit in den USA. Nicht, dass ich in Deutschland nicht glücklich wäre, aber das Lebensgefühl ist einfach so anders da drüben.

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unser zweites Mietauto.

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Wir haben uns in San Francisco in nem Supermarkt Brötchen und Käse gekauft und wie die Gierigen im Auto gegessen😀. Wir armen Kinder. Und jetzt komm ich zu meinem Lieblingsteil: als wir so vom Flughafen aus Richtung SF Zentrum gefahren sind, hab ich auf einem Schild die Ortsnamen „Oakland“ und „Berkeley“ gelesen, und ihr wisst ja, was für ein großer Green Day Fan ich bin. Green Day kommen übrigens aus genau dieser Gegend und ich hab mich sofort an das Rudy’s Can’t Fail Cafe erinnert, ein Cafe, das quasi mitunter dem Bassisten von Green Day gehört. Also hab ich den Namen ins GPS eingegeben und da war es. Ich hab mich gefühlt wie ein 14-jähriger Groupie, aber ich wollte dort unbedingt hin. Und Karo und Finn waren so gütig und haben ja gesagt😀. Es war soooooooooooooooooo cool (😀 ), überall da drin hingen Bilder von Green Day und ich wette, die Typen, die da gearbeitet haben, wussten genau, dass ich nicht nur wegen dem Eistee, den ich mir als Alibi bestellt hatte, gekommen bin, sondern wegen dieser großartigen Band. Damit ist wirklich ein weiterer Traum von mir in Erfüllung gegangen. An dieser Stelle einen Gruß an Green Day: Green Day, ich liebe euch😀.

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Nach diesem langen Tag ( der Verkehr abends in San Francisco ist mega bescheiden) hätte ich mich so sehr auf ein schönes, kuschliges Bett gefreut. Stattdessen hieß es Schlafen am Flughafen. Unser Schlafplatz:

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Sehr unkomfortabel. Kalt, verlassen, trostlos, die Polster hart und unbequem, und alle halbe Stunde oder so kam eine laute Durchsage aus den Lautsprechern. Außerdem waren wir halb verhungert, ich hab mich mit einem immer noch halbfeuchten Strandhandtuch zugedeckt und ja, muss ich noch mehr sagen?😀 Der einzige Lichtblick war, dass wir am nächsten Morgen ins warme Hawaii kommen würden, mit einer richtigen Ferienwohnung. Aber leider ohne Finn, denn von ihr haben wir uns früh morgens verabschiedet, da ihr Flug etwas früher ging als unserer.

TAG 8:

hawaii

Das war am nächsten Morgen unser Flieger nach Hawaii. Und Hawaiian Airlines ist die coolste Airline von allen. Wir haben geguckt wie ein Auto, als wir während dem Flug plötzlich ein Tablett voll Essen bekommen haben. ESSEN. Nach all diesen Tagen des Hungerns😀.

essen

Wir haben jeden Bissen sooooo genossen. Später gab’s dann sogar noch Chips, also wenn das nicht mal ein Service ist. Ich glaub der Steward hat uns angesehen, dass wir total hungrig waren, denn er hat uns heimlich jeweils zwei Chipstüten gegeben. Am Flughafen in Honululu sind sogar Vögel rumgeflogen. Also IN dem Gebäude, versteht sich. Total exotisch😀. Von Honululu aus ging es dann mit einem kleinen Miniflieger nach Maui. Auch da gab es zumindest einen leckeren Saft zum Trinken ( Hawaiian Airlines ist mega cool, hab ich schon erwähnt, oder?). Und dann waren wir da, schwuppdiwupp, auf Maui. So weit weg von zuhause in Deutschland wie ich es mir nie hätte erträumen lassen. Vom Flughafen aus sind wir dann mit dem Taxi zu unserem Condo im Sugar Beach Resort gefahren. Das Wetter sah bis dato noch nicht berauschend aus und unsere Laune war echt schon ein bisschen betrübt, weil Maui auf den ersten Blick echt überhaupt nicht spektakulär schien. Aber als wir dann in unsere kleine Ferienwohnung kamen, war die Freude auf ein richtiges Bett, Bad und der Ausblick auf Meer und Pool größer als die paar grauen Wölkchen am Himmel.

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Wohnzimmer mit Zugang zur Terrasse, von der aus man direkt zum Pool laufen konnte.

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ich von meiner schönsten Seite.😀

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die Küche

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unser Schlafgemach.

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am Pool, dahinter ist direkt das Meer. abgespaced.

Und weil wir während unserer ersten Tage des Reisemonats so viel gelaufen sind und so viel gesehen haben, haben wir auf Hawaii einfach mal NICHTS gemacht. Absolut nichts. Der Höhepunkt der Woche war, wenn wir zum Supermarkt gelaufen sind. Wollt ihr mal den Weg zum Supermarkt sehen? Ziemlich cool.

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Auf Hawaii trägt übrigens jeder Blumen im Haar und das Top- Wort das wir dort gelernt haben ist MAHALO. Mahalo heißt nämlich „danke“. Ich bin ziemlich stolz auf diesen gewaltigen Wortschatz, dazu gehört übrigens auch noch das Wort ALOHA. Aloha und mahalo, mit diesen zwei Worten kommt man in Hawaii super zurecht. Und zur Not sprechen die Menschen da ja auch noch Englisch. Ich hab mir by the way soo viel zu Essen gekauft, mir war das Geld am Ende echt egal. Dann würde ich halt kein Geld mit nach Deutschland bringen, Hauptsache Essen. Karo hat sich größtenteils von trockenem Müsli ernährt, ich bewundere ihr Durchhaltevermögen noch bis heute, was das Sparen damals anging. Am ersten Abend auf Hawaii waren wir schon um 8 Uhr abends im Bett, so fertig waren wir😀. Und ab da sah unser Tagesablauf jeweils immer so aus: aufstehen, vor’m Fernseher frühstücken, an Pool liegen, zum Mittagessen wieder reingehen, danach wieder an Pool und abends noch in Whirlpool. Der Whirlpool hatte bestimmt so 40 Grad und manche Leute sind da teilweise schon mittags rein, obwohl es da gefühlte 40 Grad Außentemperatur hatte. Karo und ich waren außerdem die absolut jüngsten Urlauber da, waren irgendwie alles nur Omas und Opis. Ich glaub die fanden es auch ziemlich komisch, so junge Mädels wie uns zu sehen. Aber einen Vorteil hat es, wenn man nur von alten Leuten umgeben ist: man kann rumlaufen wie man will. Eine Woche nicht schminken ist einfach mega entspannend😀. Und am Ende wurde ich sogar ein bisschen braun im Gesicht. Yeah.

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okay, eher rot😀

Die Zeit auf Hawaii ging total schnell vorbei. Und so Hawaii- Deutschland ist schon ein krasser Zeitunterschied. Wenn ich morgens um 8 aufgestanden bin, war in Deutschland schon abends um 8. Kraaaaaaaass. Nach Hawaii ging’s dann erstmal wieder 3 Stunden zurück nach San Francisco, wo wir nochmal eine schöne Nacht am Flughafen verbringen durften ( ich werde nie wieder solche beschissenen Flugzeiten aussuchen😀 ), und dann nochmal 3 weitere Stunden, als es nach Virginia ging. Der Flug von San Francisco nach Washington DC war übrigens echt richtig übel, mir war so schlecht, weil es die ganze Zeit mega geschaukelt hat, Karo hat mir schon eine Tüte hingehalten. Fand ich gar nicht witzig😀. Aber am Ende sind wir gut angekommen und wie es da dann weiterging, habt ihr ja schon irgendwo ein paar Einträge vorher gelesen. Ja, das war’s. Das war unser Reisemonat, auch wenn viele Erinnerungen an kleine, lustige Momente schon etwas verblasst sind und mir jetzt nicht mehr einfallen, leider. Dafür hab ich jedes Mal, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, ein so schönes Gefühl in mir drin, dass ich jetzt schon sagen kann, es war die schönste Zeit meines Lebens. Vielleicht folgen noch andere schöne Zeiten, aber so wie in diesen Wochen wird es nie wieder sein.

Was kann ich also abschließend noch sagen? Jetzt, wo ich zurück bin, fragen mich viele, wie es denn so war und ob ich wieder als Au Pair in die USA gehen würde. Es war wirklich eine unglaubliche Erfahrung, und jetzt so im Nachhinein kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, geschweigedenn glauben, dass ich ein Jahr in Amerika – weg von meinem Zuhause hier- gelebt und die Verantwortung für zwei so süße, aktive Kids gehabt habe. Es ist ein ganz komisches Gefühl und ich frage mich oft, wie es jetzt meiner Nachfolgerin Janine so geht, was sie macht und vor allem, was meine Gastfamilie, insbesondere Blake und Hayden, so machen. Ob sie manchmal noch an mich denken oder an Momente, die wir erlebt haben, zurückdenken. Und ob ich sie irgendwann wiedersehen werde, denn das würde ich sehr gern. Immerhin habe ich ein Jahr lang als Teil zu ihrem Alltag dazugehört und sie zu meinem. Ich denke, es ist eine großartige Erfahrung für jeden jungen Menschen, ein Jahr in Amerika zu verbringen unter dem Aspekt, Kinder zu betreuen. Man lernt nicht nur eine neue Kultur kennen, sondern lebt sie. Und gleichzeitig entwickelt man sich durch die Verantwortung für die Kinder unglaublich weiter, man schafft Dinge und bewältigt Situationen, an die man vorher nicht einmal ansatzweise gedacht hätte, und sei es nur, einen kleinen Alltagsstreit zu lösen oder die kleine Hayden dazu zu bringen, sich ihre Schuhe anzuziehen, weil es schon spät ist und man den Schulbus fast verpasst. Das hört sich so unwichtig an, aber in Situationen wie diesen erkennt man erst, auf was es alles in der Kindererziehung ankommt, und wie viele Konflikte man auch lösen muss. An manchen Tagen fällt einem alles schwerer, weil man vielleicht gerade ein bisschen Heimweh hat ( auch wenn das so direkt bei mir selten der Fall war) oder es vermisst, mal wieder selbst Teil der eigenen Familie zu sein, wo sich andere um einen kümmern, wenn es einem mal nicht so gut geht. Und an anderen Tagen wieder läuft alles so super, und man sieht in jedem Kinderlächeln so viel Bestätigung, dass man das Richtige tut, dass man sich wünschte, man könnte doch noch länger oder gar für immer bleiben. Trotzdem kam es für mich nicht infrage zu verlängern, noch käme es für mich infrage, nochmal als Au Pair für ein Jahr wegzugehen. Ich will studieren gehen und mich weiterentwickeln, und während das Jahr in Amerika mich so viel weitergebracht hat, ist es jetzt an der Zeit, auch hier in Deutschland weiterzukommen. Vielleicht verschlägt es mich irgendwann in einem Auslandssemester oder so wieder nach Amerika, und dann hoffe ich, dass ich die Möglichkeit habe, meine Gastfamilie nochmal öfter zu sehen, aber bis dahin bin ich wieder auf mich allein gestellt und habe die größte Verantwortung darin, Verantwortung für mich selbst zu tragen😀. Und das ist gar nicht so einfach. Soll joa au mal was gscheid’s aus mir wärra😀. Ich studiere jetzt übrigens erstmal Grundschullehramt in den Fächern Deutsch, Englisch und Sozialwissenschaften, und dann mal sehen was so kommt.

An jeden von euch da draußen: es war ein tolles Jahr mit euch und hat unglaublich gut getan, so viele Zuhörer zu haben. Mahalo.

4 Gedanken zu “10.10.13: DER ABSCHLUSSBERICHT ( keine Fata Morgana, das ist ECHT)

  1. Was für ein toller Abschlussbericht ! Dein Blog wird mir fehlen🙂 Als Insider möchte ich hier noch kurz was klarstellen: Nadine kam sooooo braun aus ihrem Reisemonat zurück, da gingen wir erstmal ein passendes Make-Up kaufen😉. Ich werde immer neidisch auf diese Bräune sein🙂. Als ich den Eintrag gelesen habe, konnte ich richtig fühlen, wie sehr du es genossen hast und ich freue mich mit dir, dass dein Jahr in Amerika so erfolgreich und unvergesslich geendet hat. Blake und Hayden denken ganz oft an dich und vorallem Hayden sagt oft, wie sehr sie dich vermisst und fragt mich, wann du wieder hierher kommst🙂. Du hast einen ganz besonderen Platz in ihren Herzen und deine Anwesenheit hat ihr Leben hier richtig bereichert, das merke ich immer wieder. Wir vermissen dich, komm zurüüüüüück !🙂 Du hast viel zu meiner Au Pair Entscheidung beigetragen und ohne dich wäre ich ja jetzt auch nicht genau hier wo ich bin. Ich bin dir so dankbar für alles, unsere gemeinsame Woche war super und ich freue mich, dich dann hoffentlich bald wieder zu sehen. Bis dahin, mach’s gut und vergiss nicht, wie sehr du von uns allen vermisst wirst.❤

  2. Ich hab fast geweint!🙂 wunderschön! Seit ich selbst in amerika bin lese ich gar keine blogs mehr, aber dein blog fehlt mir unendlich🙂

  3. Soo einen tollen Blog! Man kann fast sagen eine Ära geht zu Ende. Jeden Morgen vor der Schule, hab ich als erstes nach dem Aufwachen deinen Blog gelesen und es hat für mich schon dazugehört wie das Zähneputzen. Nun gehe ich in 2 Monaten auch in die USA und hoffe dass ich am Ende das gleiche sagen kann wie du.
    Ich wünsche dir alles erdenklich gute für deine Zukunft.
    Liebe Grüße
    Annika

    1. Wie lieb von dir :)) ja, für mich war es auch ein richtiges Ritual, abends vor dem Schlafengehen noch einen Blogeintrag zu schreiben.. aber ich wünsch für dein eigenes Au Pair Jahr auch alles Gute und dass du mit vielen tollen Erfahrungen zurückkommst🙂

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