Rottnest Island

Heute hat um 7:00 Uhr der Wecker geklingelt. Ich hab ihn nicht gehört, dafür hat Karo mich liebevoll („Hast du den Wecker gehört? Es ist 7:00 Uhr“) geweckt. Ich habe dann im Eiltempo geduscht und schon ging es los zur Train Station. So früh bin ich außer für Flüge schon seit meinem letzten Arbeitstag nicht mehr aufgestanden. Das öffentliche Verkehrssystem heißt hier „Transperth“, was ich für ein gelungenes Wortspiel halte. Die Australier sind da eh ganz pfiffig. Über den Priorty Seats thront zum Beispiel ein großes Bild von einem Baby mit einem Stoppschild in der Hand und daneben steht: „This seat is reserved for Mommy and me!“ Also ich würde mich nicht trauen, mich da hinzusetzen (ich setze mich aber auch sonst auf keine Priority Seats).

Von Bayswater (Bäiswota – bringt uns immer noch zum Lachen) sind wir dann nach Perth City und von dort nach Fremantle gefahren, von wo die Fähre losschippert. Losschippern ist gut, schaukeln trifft es eher, und das in einem Affenzahn, mein lieber Herr Gesangsverein. Vor der Fahrt fragt mich Karo noch, ob mir bei sowas schlecht wird und ich habe verneint, aber ich schätze, eine Fährenfahrt auf dem Bodensee ist auch was anderes als eine auf dem Meer. Nach einer guten Viertelstunde war mir so schlecht, dass einer der Crewmitglieder meinte, ich solle mal oben an Deck an die frische Luft gehen, mit einer Tüte. Die hab ich zum Glück nicht gebraucht, aber es war echt unangenehm. Inzwischen glaube ich aber, dass es daran lag, dass ich auch noch rückwärts gefahren bin. Einfach eine ungute Kombi. Am Zurückfahren ging es dann und was wir an dem Tag erlebt haben, ist es das allemal wert. 

Rottnest Island ist wunderschön. Die schönste Insel, die ich je gesehen habe. Wir haben uns ein Fahrrad gemietet und sind mehr als 20 km gefahren, die Strecken sind so unfassbar traumhaft und auch leicht zu fahren und die meiste Zeit radelt man am Meer oder an Seen entlang und riecht das Salz, den Sand und die Reinheit der Natur in der Luft. Auf der Insel dürfen keine Autos fahren. Ich glaube, so gesunde Luft werde ich nie wieder atmen. 

wie im Reisekatalog, nur ohne Photoshop.



Und natürlich haben wir die ganze Zeit nach Quokkas Ausschau gehalten. Wir hatten bereits das andere Ende der Insel erreicht und immer noch keinen einzigen gesehen. Auf der Rückfahrt zum Hafen kamen wir dann allerdings an einer Gruppe vorbei, die ihre Fahrräder abgestellt und auf dem Straßenboden sitzend gegessen hat – umringt von drei Quokkas. Wir waren aber zu stolz um anzuhalten und uns daneben zu stellen, wir wollten unsere eigenen Quokkas finden, also sind wir ein Stück weiter gefahren und haben an einer Stelle, an der wir es für wahrscheinlich hielten, dass dort Quokkas leben, angehalten, uns hingesetzt und extra laut mit unseren Tüten geraschelt. Ziemlich erbärmlich, hat auch nichts gebracht. Ein paar Kilometer weiter sollten wir sie dann aber endlich finden: die süßesten Tierchen, die es in Australien gibt. Quokkas sind übrigens Kurzschwanzkängurus und seit heute weiß ich auch warum. Sie hüpfen nämlich tatsächlich wie Kängurus auf zwei Beinen durch die Gegend, sind aber ganz klein und schnucklig. Wir waren so entzückt! Spätestens bei den ganzen Restaurants hätten wir unzählige von ihnen gefunden, die wissen schon, wie man es macht. 

sooooooooooooooooooooooooooooooooo süß!



So geht ein weiterer Tag in Perth vorbei und ich bin überglücklich, was ich hier alles erleben darf. Morgen gehen wir nach Perth, um ein paar wärmere Sachen zu kaufen. Hier ist halt echt Winter. Eigentlich ist es gar nicht so kalt, ungefähr so, wie bei uns im Frühling, aber die Australier laufen teilweise mit Handschuhen und Fellmütze rum. Oder im anderen Extrem mit kurzer Hose und Tshirt.
Ich weiß echt nicht, was ich mir dabei gedacht habe, nur drei paar Socken und nur zwei langärmelige Oberteile mitzunehmen. Gerade eben hab ich zwei, drei Sachen im Waschbecken gewaschen, weil die Waschmaschine hier belegt ist – das ist das echte Backpacker-Life. Good night, take care coala bear. 

PS: Bei Subway in Australien gibt es viel mehr Saucen-und Gemüseauswahl als bei uns. 

3 Gedanken zu “Rottnest Island

  1. HALLO ihr Zwei, jeden Tag bin ich gespannt auf deine Erzählungen. Nadine, du solltest dein eigenes Buch schreiben!
    Soviel Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Wissenswertes…..einfach toll zu Lesen.
    Ich hab dir aber doch auch schon eine schöne Insel gezeigt ?!?
    Passt auf euch auf.
    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Danke liebe Barbara! Das Buch muss noch warten, bis ich Zeit dafür habe. Du hast mir auch schon die schönsten Orte gezeigt, das stimmt! Da würde ich mich auch gerne nochmal hinbeamen.

  2. Ich nehme doch mal an du hast schon einen oder zwei Quokkas heimlich eingepackt, und schmuggelst die hier her? Viel besser als Eichhörnchen!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s