Wenn man morgens das klimatisierte Hostelzimmer verlässt, noch ganz verschlafen und müde, weil es die letzte Nacht wieder spät geworden ist (ein Hostel-Mitarbeiter hat uns mit der Gitarre etwas auf der Dachterrasse vorgesungen), ein bisschen verschnupft, weil der Körper jeden Tag mit der Frage überfordert wird, ob er jetzt schwitzen (draußen) oder frieren (im Zimmer) soll, und einem dann schon im Gang die heiße Luft entgegenströmt – das ist Tel Aviv. Frühstück auf eben derselben Dachterrasse, auf der am Vorabend noch Trinkspiele, Gespräche und Privatkonzerte stattfanden, begleitet von schon morgens um 9 laut brummender Musik, die Milch, die man im Kühlschrank verstaut hat, ist weg, man isst das Müsli also trocken – das ist das Leben im Florentin Hostel. Übrigens ist nicht nur meine Milch verschwunden, sondern auch Karos Handtuch (wir haben die schnarchenden Chinesen im Verdacht, die gestern schon morgens um 6 das Hostel verlassen haben 😀 ), und eine meiner Cremes – mysteriös. Aber darüber regt man sich nicht lange auf, denn was das Hostel zu bieten hat, ist viel mehr: tolle Begegnungen, lustige Abende, leckeres Abendessen (Karo würde mich darin jetzt nicht bestätigen), und eine ganz besondere Atmosphäre. Jeden Abend um 19:30 Uhr wird die Glocke geläutet, „HEY GUYS, it’s dinner time“, und alle stellen sich an wie in einer Schulmensa (mit dem Unterschied, dass das Essen hier wirklich gut und gesund ist, und umsonst). Dieselbe Glocke wird ein zweites Mal geläutet, um kurz vor 23 Uhr, „HEY GUYS, you’ve got 15 more minutes before we leave“, um 23 Uhr ist es hier dann beinahe totenstill, alle sind unterwegs zur Party (jeden Abend findet die beste Party der Woche statt 😀 ). So sitzen wir jetzt hier, die anderen unterwegs zur Party und wir entspannen auf der Dachterrasse, zusammen mit ein paar anderen Partyfaulen. Wir waren den ganzen Tag am Strand (gut, dass wir erst am letzten Tag die perfekte Stelle entdeckt haben, an der man es aushalten kann, ohne zu verbrennen). Es waren trotzdem 37 Grad. 

Der Tag bestand aus Schlafen, Lesen, Schlafen, Lesen. Ein perfekter Montag also, jeder Montag sollte so sein. Irgendwann um 17 Uhr sind wir dann aber aufgebrochen Richtung Jaffa, weil wir das letzte Mal nicht alles davon gesehen haben. Es gab noch so viel zu entdecken: 

Eine Wunschbrücke – auf dem Geländer befinden sich eingraviert alle Sternzeichen. Man legt die Hand auf seines und wünscht sich etwas (und dann geht es in Erfüllung 😬)

Juice Bar



Das war Tel Aviv (eigentlich noch viel mehr, aber ich kann ja nicht ewig an diesem Eintrag sitzen). Morgen geht es nach Jerusalem. Tel Aviv ist eine aufregende Stadt, in der es viel zu entdecken gibt, und wir haben vor, am Ende unseres Trips noch einmal in das Hostel hier zurückzukehren. Glücklicherweise haben wir heute den Chef des Hostels kennengelernt, der uns angeboten hat, immer zurückkehren zu dürfen, zur Not dürften wir auch auf der Dachterrasse übernachten oder ihn direkt kontaktieren, da ließe sich sicher was einrichten. Das bringt mich noch kurz darauf, dass die Menschen hier so freundlich sind. Als wir heute bei einer Juice Bar für einen leckeren Saft anstanden, hat uns einfach ein Israeli angesprochen und darauf aufmerksam gemacht, dass eine Straße weiter ebenfalls leckere Säfte gemacht werden, und ist direkt mit uns mitgelaufen. Wie sich dann herausgestellt hat, konnte er selbst ziemlich gut Deutsch sprechen, weil er mal drei Monate in München studiert hat. Und solche Erlebnisse gibt es immer wieder und machen Reisen einfach noch schöner. So, jetzt aber gute Nacht (wir haben endlich keine Schnarcher mehr im Zimmer, und der Amerikaner, der neu bei uns ist, hat uns erlaubt, ihn abwerfen zu dürfen, sollte er es tun 😀 ). 

PS: wir wollten vorhin noch Geld abheben, war leider nicht erfolgreich: 


 Hier wird einem erstmal bewusst, wie aufgeschmissen man ist, wenn man eine Sprache weder lesen noch verstehen kann. Irgendwie eine seltsame Erfahrung.. 

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