Reise nach Jerusalem

Ich bin schon jetzt total verliebt in diese Stadt, die so anders ist, als ich sie mir vorgestellt habe. Als wir heute Morgen noch in Mörderhitze unsere Rucksäcke gepackt und zur Central Bus Station in Tel Aviv gefahren sind, war ich mir noch nicht sicher, wie schnell ich mich an Jerusalem – wieder eine neue Stadt allgemein – gewöhnen würde. Tel Aviv hat schon etwas gebraucht, bis ich mich dort „angekommen“ gefühlt habe, aber heute fand ich es fast schade, es hinter uns zu lassen. Umso begeisterter bin ich jetzt, in so einer atemberaubenden Stadt wie Jerusalem zu sein. Der erste Gang durch die Straßen rund um unser Hostel (Abraham Hostel) war so aufregend! Überall sprüht das Leben, es reiht sich ein Geschäft an das andere, es laufen einem ultraorthodoxe und orthodoxe Juden, Christen, Menschen verschiedenster Herkunft und Religionen über den Weg, an einer Ecke sitzt ein junger Mann mit seiner Gitarre und Ziehharmonika und lächelt freundlich zurück, während er gerade eine Pause vom Spielen und Singen macht. An einem Imbiss hat uns der Inhaber desselben mit den Worten „open your mouth“ eine Falafel mit Humus in den Mund gesteckt, und uns zusätzlich zu unserer Bestellung einen kleinen Teller mit extra Falafeln und Humus gebracht – so lecker und so freundlich (Menschen, die einem Essen schenken, sind mir einfach sympathisch). Er hat gefragt, ob es Falafel auch in Deutschland gäbe (ja) und ob sie dort genauso gut wären (nein). Naja, und dann hat er noch beiläufig gefragt, ob wir mal mit seinem Sohn ausgehen wollen *Augenzwinker* (NEIN 😀 ). 

Unser neues Hostel ist auch super – überall voll klimatisiert (wir haben heute das erste Mal gefroren und uns nach der Sonne draußen gesehnt), die Mitarbeiter alle nett und es gibt wieder eine tolle Dachterrasse, auf der heute zum Unabhängigkeitstag in Amerika ein BBQ stattfand. Innerhalb kürzester Zeit saßen wir dort mit vielen netten Menschen zusammen (Ryan, ein Amerikaner, mit dem wir schon in Tel Aviv viel Zeit verbracht haben, Lina, die unsere neue Zimmermitbewohnerin und aus Schweden ist, und ein paar Israelis, die zwar nicht in dem Hostel wohnen, aber es kennen und ab und zu vorbeischauen). Lina, die Schwedin, hat irgendwann auf einen jungen Mann gezeigt, den sie gutaussehend fand, und ich habe ihr gesagt, sie soll ihn doch fragen, ob er sich zu uns setzen will. Sie hat mir dann erklärt, dass es für orthodoxe Juden ungewöhnlich ist, dass die Frau den Mann anspricht, war aber gleichzeitig so aufgeregt und wollte mit ihm reden, dass wir einfach einen anderen Israeli gefragt haben, ob er nicht… ihr wisst schon. Um es kurz zu machen: er hat sich am Ende zu uns gesetzt und später sogar noch Tischkicker und Billard mit uns gespielt – Lina war da dann aber leider schon längst im Bett. Es ist so aufregend und spannend, mit den verschiedensten Menschen zu reden und zu sehen, dass man ohne viele Worte Spaß haben und einen schönen Abend miteinander verbringen kann. Was ich übrigens auch witzig fand: während dem BBQ gab es ein Gewinnspiel, bei dem der beste (selbsterfundene) Trump-Tweet gesucht wurde. Ich habe den Gewinner-Tweet leider nicht fotografiert, aber vielleicht lässt er sich noch auftreiben, es war genial (Ryans Tweet war auch beängstigend authentisch 😀 ).  

Jetzt liegen wir im Bett und freuen uns auf morgen, denn dann geht es in die Old City und abends zum Light Festival. Hier schon mal erste Eindrücke von Jerusalem: 


Dieser Buchladen hatte so viel Charme!


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