Masada/Ein Gedi/Totes Meer/Lichtfestival

Ich kann nicht in Worte fassen, was wir an diesem einen heutigen Tag, an einem einzigen Morgen, alles erlebt haben. Um 3 Uhr nachts (wie ich in solchen Momenten immer den Wecker verfluche, ich meine, 2:15 Uhr, wer tut so etwas?!) wurden wir, eine kleine Gruppe von abenteuerlustigen Reisenden, im Hostel abgeholt, um zum Masada zu fahren (Danke an dieser Stelle an denjenigen, der meinte, mitten in der Nacht ein Ei im Bus essen zu müssen). Es war etwa 4:30 Uhr, als wir am Fuß dieses massiven Berges standen und zum Glück war es dunkel (der Himmel war die einzige Lichtquelle), denn andernfalls wären wir uns gleich zu Beginn dem vollen Ausmaß dieses Aufstiegs bewusst gewesen. Ich kann es nicht anders beschreiben als das anstrengendste, was ich in meinem 25-jährigen Dasein auf der Erde bisher getan habe. Eine Stunde haben wir ungefähr gebraucht, um die steilen Treppen, diesen steilen Berg zu bezwingen. Es gab durchaus Momente, in denen ich dachte: ich schaffe das nicht, ich will zurück ins Bett (mein Körper muss sich auch gefragt haben, was los ist, immerhin wurde er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und plötzlich dazu genötigt, zu unmenschlicher Zeit sportliche Höchstleistungen zu vollbringen). Das Beeindruckende ist, dass man es am Ende dann doch irgendwie schafft – Bilder sagen mehr als tausend Worte: 

Das erste, was Karo und ich gemacht haben, als wir oben ankamen.

Masada Sunrise



[Auf dem Berg wurde unter König Herodes einst eine Festung errichtet. Die Juden schützten sich dort oben vor den Römern, und als diese schließlich doch mit ihren Heeren antraten, die Juden zu bezwingen, haben diese sich aus Angst und aus Widerwillen als Sklaven für die Römer zu enden, allesamt umgebracht. Erst wurden die Frauen und Kinder getötet, anschließend begingen die Männer Suizid. Den Römern bot sich also ein überraschender Anblick, als sie den Berg erklommen hatten und alle bereits tot waren – Masada ist damit unter anderem ein großes Symbol für die Freiheit und hat für Juden eine große Bedeutung]
Auf Masada sieht man bis heute die Ruinen dieser Festung und der Berg ist vor allem bekannt für seinen unglaublich schönen Sonnenaufgang. 2001 wurde Masada zum Weltkulturerbe ernannt. Der Sonnenaufgang war wirklich schön. Überall verstreut befanden sich Menschengruppen, es wurde gebetet und gesungen, eine magische Atmosphäre. Es war den Aufstieg allemal wert (nochmal würde ich es jedoch nicht machen 😀 ). 

Der Abstieg war dann beinahe genauso schmerzhaft. Unsere Beine haben so gezittert von all der Anstrengung zuvor und dem Bergab-Gehen danach, hätte der Tourbus nicht auf uns gewartet, ich hätte mich einfach irgendwo hingelegt. 

Während Karo immerhin noch für ein Foto posen konnte, war ich schon am Ende 😬


Nach Masada ging es dann weiter zu En Gedi, ein Nationalpark, wo uns nochmal einige steile Treppen erwartet haben (wenn sogar die Kraft zum Jammern fehlt, weiß man, man hat sein Limit erreicht 😀 ), aber auch ein Wasserfall, unter dem wir uns abkühlen konnten. Man muss dazu sagen, dass selbst Masada um 8 Uhr morgens schon so heiß war wie Jerusalem am Mittag. 


Zu guter Letzt ging es zum tiefsten Punkt der Erde – ans Tote Meer, und obwohl es unglaublich heiß war (so heiß, dass man sich barfuß die Füße im Sand verbrannt hat), war es doch ein großes Highlight. Bis zum heutigen Tag konnte ich mir nie so recht vorstellen wie es ist, im Wasser zu treiben, ohne unterzugehen. Es ist das witzigste Gefühl überhaupt, die Beine werden ständig nach oben gezogen, wie von einer unsichtbaren Kraft. SO COOL. 

Spiel und Spaß im Toten Meer

Schlammkur für samtweiche Haut und einen guten Teint 😬


Als wir um 13 Uhr etwa wieder am Hostel waren, haben Karo und ich uns erstmal ins Bett gelegt und für die nächsten Stunden geschlafen, denn abends wollten wir unbedingt noch zu dem Lichtfestival in Jerusalem. Es findet jedes Jahr im Juli statt und es ist für mich auf jeden Fall DER Grund, trotz Hitze hierher zu kommen – es war so beeindruckend (mir gehen für Israel langsam die Adjektive aus 😀 ). Wir haben uns mit Daniel verabredet, einem gebürtigen Israeli, der selber noch nicht bei der Lichtshow war und er war auch ganz begeistert. Wir hatten den ganzen Abend über so viel Spaß, und ich habe einmal mehr gedacht wie schön es ist, dass man mit eigentlich fremden Leuten denselben Humor und tolle Stunden teilen kann. 

Bei der Lichtshow läuft man durch die ganze Old City (ich habe sie im Dunkeln kaum wiedererkannt) und an die Mauern werden faszinierende Lichtbilder projiziert, die ganze Geschichten erzählen – untermalt von Musik. Überall in den Gassen sind Straßenmusiker, Lichtdarstellungen und Stände, es war einfach cool. An alle, die die Möglichkeit dazu haben: besucht Jerusalem. Reist nach Israel. Das Land hat sooo viel zu bieten! 

Von links: Nadine, Daniel, Karo, Oliver

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