Tiberias (See Genezareth) 

Heute darf ich euch von einem wackligen Hochbett in Tiberias aus schreiben (ich durfte als Kind nie in Hochbetten schlafen, und jetzt, wo ich es darf, hab ich keine Lust mehr drauf 😀 ). Wir sind nach gut zweieinhalb Stunden Busfahrt in glühender Hitze am See Genezareth angekommen und haben glücklicherweise auch gleich das Hostel – Tiberias Hostel – gefunden (habe ich eigentlich erzählt, dass wir in Jerusalem als erstes eine Passantin gefragt hatten, wie wir zu unserem Hostel kommen, und sie gesagt hat: „ja, ähm, hm, da müsst ihr einen Zug nehmen, …“ und als wir ein paar Schritte weitergelaufen sind war es gleich um die Ecke 😀 ? Das war witzig). 

Ja, der Empfang war nett, wir haben Wassereis angeboten bekommen (für Eis bin ich immer zu haben, auch wenn das heute eher eine Enttäuschung war) und konnten gleich aufs Zimmer. Da haben wir an der Wand neben dem Bett eine kleine, aber gut besuchte Ameisenstraße entdeckt. Dank Karos Käferphobie verliert Karo in solchen Situationen jegliche Hemmungen und so hat sie unseren Zimmermitbewohner einfach gefragt, ob er nicht dort schlafen kann – hat er dann auch gemacht, sehr freundlich. Jetzt schlafen wir also an einer (hoffentlich) käferfreien Wand. 

Beim ersten Spaziergang kam mir Tiberias total unattraktiv vor. Hier stehen riesige Hotelbauten und das Ufer am See ist zugemüllt (traurig, aber wahr – selbst an einem so besonderen See wie dem See Genezareth). Die Straßen waren wie leer gefegt und die Sonne hat geknallt ohne Ende. Ziemlich ernüchternd für den Anfang, vor allem, wenn man aus Jerusalem kommt. Abends sind wir dann aber nochmal raus, und auf einmal war alles viel belebter, wir haben sogar einen Markt und eine große Einkaufsstraße entdeckt, und am Ufer stieg irgendeine Art von Rummel. Das komplette Gegenteil zum Nachmittag. Vielleicht sind die Menschen auch einfach schlau und warten, bis die Sonne weg ist, ehe sie aus ihren Verstecken kommen. Und zumindest einer unserer Zimmermitbewohner, ein Engländer (irgendwie viele Engländer in Israel unterwegs), ist richtig sympathisch und nett (ich meine nicht den, der jetzt bei den Käfern schläft). Es ist überhaupt cool, dass man sich so viel auf Englisch unterhalten kann, denn das Hebräische frustriert hier doch ein wenig. Im Bus mussten wir jemanden fragen, wie „Tiberias“ in hebräischer Schrift aussieht, weil die Anzeigen im Bus nur auf Hebräisch waren. Und überhaupt: man kann die Sprache nichtmal lesen, einfach rein gar nichts davon entziffern, und das macht einen doch sehr hilflos (auch wenn die Menschen hier alle jederzeit gerne helfen).

Alles in allem wünschte ich gerade trotzdem, wir wären noch oder wieder in Jerusalem. Es ist sooooooo cool da (hab ich schon erwähnt, oder?). Ja, ich gehe jetzt schlafen, und vielleicht träume ich immerhin davon. 

Der See Genezareth 😬 (ein Bild bei Tag folgt demnächst, vielleicht)


PS: jetzt habe ich immer noch nicht von Mr. Fluffy aus dem letzten Hostel erzählt. Mr. Fluffy sieht so aus: 

Mr. Fluffy


An Mr. Fluffy hängt der Schlüssel für den Gepäck-Aufbewahrungsraum. Als wir am Sonntag beim Check-Out unser Gepäck und damit Mr. Fluffy geholt haben, kam ein asiatisch aussehender Typ in den Raum und wollte sein Gepäck abstellen, und ich habe ihm gesagt, er soll Mr. Fluffy zurück an die Rezeption bringen, wenn er fertig ist. Sein Blick war unbezahlbar 😀 (Mr. Fluffy, wer ist Mr. Fluffy?). 

Also, gute Nacht. 

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