Haifa Haifa 

Ja, gestern war ich ein bisschen faul und habe auf einen Eintrag verzichtet. Der Tag war auch überwiegend unspektakulär, denn was anfangs nur eine Vorahnung war, wurde gestern zur Gewissheit: Tiberias hat nichts zu bieten. Nicht für uns jedenfalls. Nicht für junge AbenteurerInnen, die was erleben wollen. Immerhin wurden unsere Zimmermitbewohner cooler (nachdem wir die Nacht davor einen Anschiss kassiert hatten, weil wir ein bisschen gelacht haben): es kam ein weiterer Engländer (Luke) dazu, gegen den wir gestern noch Billard gespielt (und verloren) haben. Seine Worte: „You’ve let your country down.“ – tut uns leid, Deutschland. Aber es war ein langer Kampf und es sah lange Zeit so aus, als würden wir gewinnen, und die Tatsache, dass ich schon zeilenlang über ein BILLARDSPIEL berichte, zeugt davon, wie langweilig es hier ist. Ein kleines Abenteuer haben wir aber gewagt: wir sind mit dem Bus in eine andere Stadt am See Genezareth gefahren, Capernaum heißt die, weil man da wohl schön baden könne (ob es tatsächlich so ist, erfahrt ihr nur, wenn ihr bis zum Schluss dran bleibt 😀 ). Ja, vom Vorabend hatten wir noch Pizza übrig, man kann ja nicht immer Falafel und Humus essen, und so haben wir uns beinahe auf den kleinen Ausflug gefreut. In meinem Kopf sah der so aus: schön am See liegen, Pizza essen, entspannen. Die Realität sah dann so aus, dass wir die Pizza aus Versehen im Bus liegen gelassen haben (ist uns jetzt schon das zweite Mal passiert, das erste Mal mit Keksen). Wir wurden irgendwo im Nirgendwo ausgespuckt, nämlich hier: 


es war brütend heiß, wirklich brütend heiß, mein Bauch, der sich schon den ganzen Weg auf die Pizza gefreut hatte, hat mir mit lautem Grummeln seinen Unmut zu verstehen gegeben – ja, und dann mussten wir unter diesen Bedingungen noch eine gefühlte Ewigkeit weit laufen, um an einen Zugang zum See zu kommen. Und nichtmal der konnte uns letztendlich richtig abkühlen, weil er so warm war. Zum krönenden Abschluss kam – noch bevor wir die Flucht ergreifen konnten – eine riesige Schar Touristen aus einem Bus den Weg zum Ufer herunterspaziert und bald schon war kein Fleck mehr menschenfrei. So kann es gehen. Mir fällt gerade auch auf, dass ich immer noch kein richtiges Bild vom See Genezareth gemacht habe, ich habe nur eins von der Bushaltestelle in Capernaum aus zu bieten: 

See Genezareth 😬


So, kommen wir zum heutigen Tag, der war weitaus cooler (leider nicht kühler). Wir sind zusammen mit Luke nach Haifa gefahren; hat mit dem Bus von Tiberias aus etwa eine Stunde gedauert. Zuerst wollten wir dort die Baha’i Gärten sehen (ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe), aber noch bevor sich deren Tore geöffnet haben, wurde uns auf einem Schild erklärt, dass wir uns züchtig zu kleiden hätten, da die Gärten heilig sind. Karo und ich waren mit unseren Shorts und Tops mehr als unanständig gekleidet und selbst Lukes Hosen gingen nicht bis zu den Knien, außerdem hatten wir Hunger (ein allgegenwärtiges Problem), also sind wir drei Meilen (ja, drei Meilen und gefühlte 100) bei unbeschreiblicher Hitze durch Haifa gelaufen, bis wir endlich den Strand erreicht haben. Der hat sich dann aber sowas von gelohnt: keine Quallen, schönes Meer, und aus den Lautsprechern dröhnte Ed Sheeran – was will man mehr 😀 . Es hat uns dort so gut gefallen, dass Karo und ich morgen dorthin zurückfahren und fürs erste bis Freitag da bleiben. Bisschen relaxen. Darf ja auch mal sein. Gute Nacht vom immer noch wackligen Hochbett aus. 

Blick auf Baha’i Garden (und der Hafen Haifa’s)

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