Sababa

Shalom. Ich liege mal wieder überglücklich im Bett, weil ein weiterer Tag so schön und lustig war. Morgens habe ich beim Frühstück wieder den alten Mann getroffen; Gabriel aus Südafrika und Oliver aus England saßen auch mit dabei. Die beiden hatten wir schon bei unserem ersten Besuch in Jerusalem kennengelernt, weil sie als Freiwillige in dem Hostel arbeiten. Gabriel hatte heute seinen letzten Tag hier (nach fünf Monaten, und die kamen ihm kurz vor – kein Wunder, dass sich mein Monat wie eine Woche anfühlt), und Andrea und ich sind dann zusammen mit den beiden in die Old City gegangen. Unsere heutige Mission: den Tempelberg sehen. Hat funktioniert 😬. 

Der Felsendom mit Andrea und Gabriel


Für Touristen scheint der Tempelberg momentan sicher zu sein, trotzdem muss man einen großen Sicherheitscheck durchlaufen und es stehen überall Gruppen schwer bewaffneter Polizisten. Ich kann mich meistens nicht entscheiden, ob ich mich dank ihnen sicherer oder bedrohter fühle. Auf dem Tempelberg selber war alles absolut ruhig und friedlich, genauso wie in der Altstadt auch. Die Menschen gehen ihrem gewohnten Alltag nach, grüßen einen freundlich und die Händler auf den Märkten versuchen nach wie vor, einen in ihre Läden zu locken. Es war für mich heute und auch an allen anderen Tagen unvorstellbar, dass hier auch Gewalt herrschen kann. Nathan, ein anderer Freiwilliger aus dem Hostel, war vorhin allerdings noch am Lion’s Gate und hat gesehen, wie dort Granaten geworfen wurden. Nachts würde ich von Jerusalem momentan also vielleicht eher abraten (wieso können sich nicht alle einfach lieb haben?!).

Ja, danach sind wir noch ein bisschen durch die Märkte gestreift und schließlich zurück zum Hostel gegangen. Es war schon wieder so heiß, dass wir uns alle nach einer Dusche gesehnt haben (wenn ich mir die Temperaturen für Deutschland so anschaue, nehme ich das Schwitzen aber gerne in Kauf 😬 ). Andrea hat in ein neues Zimmer eingecheckt und ich wollte eigentlich nur sehen, wie es da so aussieht, also bin ich ihm gefolgt (es liegt gleich neben meinem), und als er die Tür aufgeschlossen hat, stand da auf einmal Aditya, der Inder, mit dem wir in Haifa ein Zimmer geteilt hatten, und wir mussten alle darüber lachen, wie klein auch hier in Israel die Welt ist. Es war so schön. Nach einem kleinen Powernap sind wir abends dann in einer großen internationalen Gruppe Essen gegangen und es war das LECKERSTE, was ich hier bisher gegessen habe. 

Jahnun Bar. Hier gibt es unter anderem Shakshuka, das man bei einem Israel-Besuch einfach probieren MUSS.

Zubereitung des Shakshuka: ein Blätterteigartiger Wrap, gefüllt mit allerlei Dips, einem flüssigen Ei und Gemüse. Mamash Ta’im 😍


Nach einem Spaziergang (okay, eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einem leckeren Nachtisch) sind Aditya und ich zurück ins Hostel gelaufen, während die anderen noch in eine Bar gegangen sind. Im Hostel haben wir dann wieder einen Bekannten getroffen (ich kann mir  seinen Namen einfach nie merken) und einen richtig netten, restlichen Abend verbracht. Wir haben so viel gelacht – über Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer Herkunft, über Witze und Videos und einzelne Momente, die ich bestimmt nie vergessen werde. Und wir haben beide zusammen festgestellt, dass wir in der Welt zuhause sind. Toda, Israel

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2 Gedanken zu “Sababa

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